Freitag, 27. Juli 2012

Schweinehund.

Warum gibt es oft solche Tage, an denen man am liebsten sterben würde? Ich ärgere mich über etwas. Über mich selbst. Über eine andere Person. Und das seit geschlagenen 1 1/2 Jahren. Und ich schaffe es einfach nicht, die Stärke zu beweisen, darüber zu stehen. Dabei würde das allen helfen - nicht zuletzt mir selbst am meisten. So oft sag ich mir, HEUTE mach ich einen Cut. Jetzt fang ich von vorn an. Jetzt lass ich all das hinter mir, worauf sich all mein Ärger und all meine Wut projezieren, aber ich kann es einfach nicht. All das bündelt sich in dieser einen Person und wenn ich sie sehe und auch nur ihren Namen höre, verliere ich wieder völlig die Fassung. Ich lasse mir zeitweise all meine Lebensfreude dadurch verderben, aber ist es das wirklich wert? Auf dem Blog der lieben Leni (klick) habe ich diesen wunderbaren Text gefunden:


"Sein inneres Kind zu bewahren ist so furchtbar schwierig. Aber nicht unmöglich. Es geht nicht nur darum, ins Getränk zu blubbeln. Sich so viele Süßigkeiten in den Mund zu stopfen, dass man nicht mehr reden kann. Wie Pippi Langstrumpf andersrum im Bett zu schlafen, wenn man dazu Lust hat. Bibi Blocksberg zu hören. Und selber Wassereis zu machen. – Das habe ich zum Glück alles noch drauf.
Aber es geht um mehr: Unvoreingenommen Menschen kennenzulernen. Keine Angst vor morgen zu haben und gestern nicht nachzutrauern, weil man nur den Moment lebt. Sich Emotionen zuzugestehen: Freude, Trauer, Wut, Enttäuschung. Sich gegen Jungs durchzusetzen, und denen, die man blöd findet, gegens Schienbein zu treten. Zu tanzen als ob niemand zusieht und zu singen, als ob niemand zuhört. Egoistisch zu sein, wenn es drauf ankommt und nicht darüber nachzudenken, wie das wohl bei anderen ankommt. Seine Meinung zu sagen und auf seinem Recht zu beharren, ohne, dass es einem unangenehm ist.
Das alles sind Dinge, die man irgendwann vergisst. Aber nicht vergessen sollte."


Besonders das "Unvoreingenommen Menschen kennenzulernen" in abgewandelter Form ist das, worauf mein Problem zurzeit basiert und woran ich arbeiten muss. Aber dieser kleine Text hilft mir erstmal wieder einen Tag zu beginnen, an dem ich mir die Chance gebe, mit mir selbst Frieden zu schließen. Ich hoffe, diesmal hält es länger an.


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Kommentare:

  1. danke (: ich find auch, dass das karussellbild was märchenhaftes hat. aber irgendwie auch gruselig.

    zu deinem post: das mit den menschen kennen lernen kann ich unterschreiben. weiß noch gar nicht, wie das im studium werden soll. früher tat ich mich nicht schwer damit, heute schon.

    liebe grüße (:

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  2. Ich kenne solche Momente in denen man sich erst über etwas ärgert und sich dann aber nur noch über sich selbst. bei mir ist es meistens so, wenn ich etwas was mich stört anstatt es angemessen anzusprechen verschweige oder wenn ich einen vielleicht neutralen Seitenblick von PassantInnen irgenwdwie überinterpretiere und mein Kopfkino angeht ''Was sollte das denn? Findet der mich blöd? Ja wenn er einen blöd findet ohne denjenigen zu kennen, dann finde ich den auch blöd..''
    Ich denke den wichtigsten Schritt hast du getan, indem du die Gründe für deine Aggressionen benennst und was sie mit dir machen reflektierst. Der Versuch dein Verhalten und deine Einstellung zu ändern ist schon mehr als die meisten in einer ähnlichen Situation schaffen. Bei mir war es so, dass es lange gebraucht hat von der Selbstreflektion bis hin zu einer grundlegenden Einstellungsänderung, aber ich spüre jetzt kleine Erfolge als Ergebnis der Kämpfe mit mir selbst. Also viel Glück, du schaffst das.

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    1. Ja, das kenn ich... Sofort anfangen zu grübeln, wenn einen nur jemand schräg anguckt. Aber wofür das Ganze? Liegt das an geringem Selbstbewusstsein oder sowas? Denn das hab ich eigentlich nicht unbedingt. Immer dieses ständige Gedanken machen über Gott und die Welt. Ich bin so ein Mensch, der erst noch seinen "Aus-Knopf" finden muss, zu viel grübeln ist ungesund.
      Ich kämpfe auf jeden Fall weiter!

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  3. Hi!

    Erstmal: Super Post, dein Blog gefällt mir auch. Werd gleich noch weiter durchklicken, aber ich denke eins ist sicher: Max ist jetzt auch Leser.

    Zum Post:
    Der Text von Leni ist absolut spitze, aber ich finde es noch viel toller dass du den aufgreifst und dann auch noch erklärst wie er auf dich passt. Weil was kann schöner für Autor sein als Interpretationen zu hören? Und für mich als Leser ist das auch schön, weil ich dann meine Meinung auch dazu geben kann und dann können wir uns freuen was wir alles ähnlich betrachten oder so.

    Kind bleiben ist glaub ich schon wichtig, aber kennst du "Little Miss Sunshine" ? Ich erinnere mich nicht an das genaue Zitat, aber einer sagt ungefähr so: Die Jahre in denen wir leiden sind die später die Besten!
    Und nicht weil leiden schön ist, so zumindest leg ich das aus, sondern weil wir daraus am meisten lernen. Was meinst du wie gut es dir gehen wird wenn du das Kind in dir wieder voll ausleben kannst? Klar, bis dahin muss man viel arbeiten an sich. Aber im Nachhinein war die doofe Zeit die gute bestimmt wert. Zumindest hoffe ich das für dich, und auch für mich (: Und außerdem gibt's neben dem was uns so beschäftigt auch immer voll viel Gutes, nur das wird schnell übersehen.
    Einfach mal tief Luft holen und dem Zwitschern lauschen. Oder dem Wasserplätschern der Badewanne. Oder dem Knistern des Kopfkissens unter'm Ohr. So mach ich das! Und jetzt Ende.

    Liebe Grüße.

    http://i-make-sure-everything-remains-raw.blogspot.de/

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  4. Hallo Max,

    danke für deinen wahnsinns Kommentar...! Den Film "Little Miss Sunshine" kenn ich bisher leider nur vom Namen, aber ich werd ihn mir bald mal zu Gemüte führen, denk ich! Du hast aber recht damit, aus dem Leid lernen wir am meisten. So dreckig es mir auch ging an diesem Tag, ich hatte das Gefühl, dass das Leben diesen Mist irgendwie für mich vorgesehen hatte. War wie so eine Art Herausforderung, an der ich 1 1/2 Jahre geknabbert hab, die mich ein paar mal absolut aus der Bahn geworfen hat, an der ich aber letztlich nur wachsen kann. Ist wie so ein Kapitel, mit dem ich jetzt (hoffentlich) endlich abschließen kann!
    Und dein Wort in Ellis Ohr, ich lausche jetzt den Tauben auf dem Nachbardach - denn das ist für mich, im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen, etwas sehr schönes! :)
    Einen wunderschönen Tag dir!

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